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Werk von Heimo Zobernig und das architektonische Konzept der Ausstellung „Lydia Masterkova. An Enriched Retrospective“ in Garage Museum

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Lydia Masterkova, Composition with Watermelon, 1962. Oil on canvas. Tsukanov Family Foundation
Lydia Masterkova, Composition with Watermelon, 1962. Oil on canvas. Tsukanov Family Foundation

"Lydia Masterkova. An Enriched Retrospective"

Die erste retrospektive Ausstellung der nonkonformistischen Künstlerin Lydia Masterkova (1927–2008) in Russland zeigt rund 150 Gemälde und graphische Arbeiten aus privaten und musealen Sammlungen in Russland und Frankreich.

Lydia Masterkova gehörte zu den ersten Künstlerinnen, die sich nach 1953 der abstrakten Kunst zuwandten. Dies ist die erste Ausstellung in der Garage, die fast ausschließlich der Abstraktion gewidmet ist, obwohl sie einige figurative Arbeiten zeigen wird. Masterkova's Retrospektive wird kontextuell mit weiteren Visionen der abstrakten Kunst angereichert.

Lydia Masterkova in the studio, Moscow, 1968. Photo: Igor Palmin. Garage Archive Collection
Lydia Masterkova in the studio, Moscow, 1968. Photo: Igor Palmin. Garage Archive Collection

Der österreichische Künstler Heimo Zobernig (*1958) zeigt Werke, die die alternative Realität der Situation in Mitteleuropa gegenüber der Sowjetunion demonstrieren. Dort wurde die abstrakte Kunst nach kurzer Zeit der Verfolgung in Nazi-Deutschland und Österreich vollständig rehabilitiert und zum Gegenstand profunder Forschung, begrifflicher Polemik und Scherze. Zobernig's taktile Leinwände bewegen sich irgendwo zwischen einem Witz und einem konzeptionellen Umdenken der Beziehung zwischen dem Betrachter und dem Kunstwerk.

Photo: Maximilian Pramatarov
Photo: Maximilian Pramatarov

Die Ausstellung ist in acht Teile gegliedert. Fünf behandeln die Entwicklung von Masterkova's kreativer Methode. "Dickichte" zeigt ihre frühen Naturstudien und ersten Experimente in der Abstraktion, die an Mikhail Matiushin's „organische Kultur“ und sein Konzept des „Sehens und Erkennens“ (Zorved) erinnern. "Lacunae" erforscht die Arbeit von Efrosinya Ermilova-Platova, die Masterkova kennengelernt hat, bevor sie sich der Abstraktion zuwandte. "Risse" stellen den Beginn von Masterkova's Reifezeit dar, als sich ihr Fokus von der pflanzlichen Form auf Texturen und räumliche Pläne innerhalb des Gemäldes verlagerte. "Gold" befasst sich mit der kurzen Zeit, in der Masterkova Reisen zu verlassenen Kirchen unternahm, wo sie Fragmente von Kirchenkleidung sammelte, um sie in ihre Collagen einzuarbeiten. In "Sphären und Zahlen" finden die Schlüsselthemen der reifen Malerin ihre endgültige Form, und die kosmische Abfolge von Zahlen, rhythmischen Mustern und Kreisen wird zum wichtigsten Kompositionsprinzip. "Makrokosmos" besteht aus Werken, die Masterkova nach ihrer Emigration nach Europa im Jahr 1975 geschaffen hat, eine präzisere und minimalistischere Version ihrer früheren Strukturen.

Photo: Maximilian Pramatarov
Photo: Maximilian Pramatarov

Separate Galerien sind der "Rembrandt-Reihe" von Eva Levina-Rozengolts, in der die Künstlerin die humanitären Katastrophen der Großen Säuberung und des Krieges wieder aufgreift, sowie drei für die Ausstellung produzierten Werken von Heimo Zobernig gewidmet.

Installation view 3rd floor, Kunsthaus Bregenz. Photo: Markus Bretter, (c) Heimo Zobernig/Kunsthaus Bregenz/Bildrecht, Wien, 2015
Installation view 3rd floor, Kunsthaus Bregenz. Photo: Markus Bretter, (c) Heimo Zobernig/Kunsthaus Bregenz/Bildrecht, Wien, 2015

Zobernig erstellte auch das architektonische Konzept. Während der Besucher durch die Galerien geht, verlieren die Wände ihre Farb- und Strukturintensität. Die ersten Galerien zeigen Elemente des Bühnenbildes aus mehreren Theatern in Moskau und St. Petersburg, und gegen Ende wird der Raum von Farbe befreit. Dieser Gradient spiegelt die innere und äußere Transformation von Masterkova's Kunst wider: von Wohnungsausstellungen und engen Interaktionen mit der Umgebung bis hin zur strikten Autonomie des weißen Kubus des Museums und der Galerie.

KURATOREN: VALENTIN DIACONOV UND SASHA OBUKHOVA

Mehr zum Projekt hier

Datum

Format

Ausstellung

Veranstaltungsort

9/32 Krymsky Val Str., 119049, Moskau, Russland, Garage Museum of Contemporary Art

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